Regattaberichte

2018

Clubmeisterschaft 2018

Der letztjährige Aufruf „Greift zur Pinne“ wurde erhört. Aber nicht von den USC-Mitgliedern, sondern von den ZHS-Bootsführern – Telepathie? Bis zum Meldeschluss waren es 6 USC- und
4 ZHS-Mannschaften, auf dem Wasser dann immerhin doch 15 Teams.

Und am Samstag ging es unter der Leitung von Tobias Crefeld auch ordentlich los. Der Nordost war da, die Bahn war da und die Achter vom MRSV ließen uns auf die Ostseite fahren oder kenterten frühzeitig. Nach 2 Wettfahrten wurden im Hafen die Boote getauscht und es blieb ausreichend Zeit für einen kleinen Imbiss. Das folgende Signal zum Auslaufen schienen nicht alle Mannschaften für wichtig zu halten, eineinhalb Stunden nach dem Signal war immer noch ein weißes Piratensegel im Hafenbereich zu sehen. Merke: Wer als letztes Boot den Hafen verlässt, wird selten entspannt zur Startlinie kommen. In der dritten Wettfahrt legte der Wind so zu, dass ein Pirat auf der Strecke blieb. Und in der 4. Wettfahrt wollten es einige Boote gleich am Start wissen, und überhörten den Einzelrückruf. Ein klasse Segeltag.

So wie der Sonntag ein klasse Sonnentag wurde. Zeit fürs Fachsimpeln über Regattataktik, Klagen über den allgemein schlechten Zustand der Piraten zum Ende der Saison und warum man die Clubmeisterschaft an 2 Tagen machen muss, wo doch Sonntag nie Wind ist …

Sieger wie im Vorjahr: Martin Renn und Karin Fendl-Renn. Ihnen dicht auf den Fersen und sich von Wettfahrt zu Wettfahrt steigernd die ZHS-Mannschaft Balint Kiss und Judith Zimmermann. Auf dem dritten Platz Simeon und Katharina Rößler.

Die Ü60-Preise (für Steuermann und Vorschoter, die nicht gleichzeitig Gesamtsieger sind) gingen an Ulrike Zuber und Karin Simons, die neuen U30-Kannen an Balint Kiss und Judith Zimmermann.

Dann gab es noch eine Runde Fisch- und Käsesemmeln und das war nach 10-jähriger Dienstzeit  meine letzte Regatta als Sportwart. Demnächst wieder als Segler und weiterhin als Wettfahrtleiter auf unserer schönen Seebühne.

(Michael Tietz)

Silberlaser und Bayerische Meisterschaft 2018

Eine Landesmeisterschaft gibt der Regatta einen höheren Ranglistenfaktor. Und der lässt unsere Segelfreunde aus BaWü bis nach Starnberg reisen. Und ein paar Cracks aus dem hohen Norden dazu. Und jeder bayerische Segelclub motiviert alle Reserven/Reservisten und wir durften auch 4 ZHS Laser-Neulinge begrüßen. So waren denn 35 Standards und 35 Radials auf der Meldeliste. Die 4.7-Segler machen ihren Landesmeister im Rahmen der Bayerischen Jugendwoche aus und waren folgerichtig nicht am Start. 70 Segler, ein paar Betreuer, mit Wassermannschaft und Landdienst ca. 90 Personen sind für unsere Arbeitsdienst-geprägte Regatta-Organisation immer ein kleiner Prüfstein.

Das Wetter meinte es wie auch bei der Distriktmeisterschaft Süd im Jahre 2011 nicht gut mit uns – kein Wind. Vielleicht haben wir zu wenige Meister in unseren Reihen? Etwas anderes kann es nicht sein. Am Samstag bemühte sich Krawallo mit dem Wettfahrt-Komitee um die korrekte Bahn. Bojen wurden hin und hergelegt, Starts versucht und wieder abgebrochen, Wettfahrten gestartet und wieder abgebrochen. Es war nichts zu wollen, die wandernden Flautenlöcher waren in der Überzahl und immer da, wo sie nicht hätten sein sollen. Also sollte es, wie im Vorjahr, der Sonntag richten.

Samstag an Land dann, wie schon oft erprobt, mit dem ‚Arbeitsdienst Team-Salate‘. Egal ob 40 oder 100 Teilnehmer, dieses Team liefert zuverlässig, mit und ohne Wind und ohne Wenn und Aber. Danach Peter am Grill in Höchstform, galt es doch, nicht ganz glückliche Jung-Segler mit dem zweiten oder dritten Fleischstück zu besänftigen.

Am Sonntag dann Ostwind in der Starnberger Bucht, die Kreuz zwischen dem MRSV und den Pionieren. Ein Traum von einer Bahn, aber wann wird der See für Laser-Segler erreichbar wirklich breiter bzw. die Kreuz länger? So kamen dann 2 Leichtwind-Wettfahrten zustande. Alle Versuche, in Folge auch die für die Vergabe der Meisterschaft so wichtige dritte Wettfahrt in den Kasten zu bekommen, scheiterten. Also keine Bayrische Meisterschaft.

Blech – also Medaillen hatte der Bayerische Seglerverband sowieso keine ausgegeben, sondern nur Urkunden. Und Basti hatte jede in einen feierlichen Rahmen in Gold, Silber und Bronze gepackt. Da hätten wir jetzt noch einen kleinen Vorrat für die nächste Meisterschaft.

Gewonnen haben den Silberlaser in Standard Felix Laukhardt (SCU) souverän vor Eric Malach (NRV) und Michael Niessen (DTYC). Bester vom USC war Lukas Renn auf Platz 21.

Bei den Radials siegte Marten Hund (WYC), der letztes Jahr schon mal Maß genommen hatte, vor Linus Ziegler (HSC) und Christoph Tischer (HSC). Beste vom USC war Mia Stuis auf Platz 17.

Und dann hat es auch zur offenen Münchner Hochschulmeisterschaft gereicht: Im Standard Balint Kiss (ZHS) vor Kai Klingenhagen (AMSC) und Lukas Renn (USCM), bei den Radials Nina Loser (ASC) vor Frank Löffler (SCLA) und Mia Stuis (USCM).

(Michael Tietz)

Yardstick-Regatta 2018

Schlechtes Wetter auf allen Internet-Portalen und am Starnberger See lässt sich in Bezug auf den dann vorherrschenden Wind nicht mehr leicht in Einklang bringen. Vielleicht ein Grund für die kleine Schar von 9 teilnehmenden Booten. Die Fakten: Von 6 bis zeitweilig 16 Knoten aus Südwest, echte Regenschauer und Ansätze von Wellen. Zumindest schwankte das Startschiff so, dass einzelne Mitglieder des Wettfahrt-Komitees Mühe hatten, an Bord zu bleiben.

Zum ersten Mal unterwegs war auch die neue J/70 mit der Damen-Crew Hüppe/Neges/Zuber – und in der 1. Wettfahrt durchaus erfolgreich. Sah man die Jasy auf dem raumen Kurs unter Gennaker doch das Feld von hinten aufrollen und es zeigte sich eine Stärke dieser Klasse.

In der zweiten Wettfahrt nahmen Regen und Wind zu. Die 2. Boje des angepeilten olympischen Kurses driftete in Richtung Café Berg und der dadurch entstehende Vorwind-Zieleinlauf brachte manchen Steuermann so durcheinander, dass er die dritte Tonne vorher nicht an Backbord ließ. Gezeitet werden konnten die Boote aber erst nach dem korrekten Absegeln der Bahn, was die Platzierungen etwas durcheinander wirbelte.

In der dritten Wettfahrt passierte es dann – das Diktiergerät hatte zu viel Feuchtigkeit abbekommen und gab den Geist auf. Mitgeschrieben hatten wir nicht – das war in der 2. Wettfahrt bei dem Regen mit Papier und ohne Kajüte auch nicht machbar. So konnte ich die Siegerehrung nur mit dem Ergebnis der 3. Wettfahrt vor einer Schar zweifelnder Segler beginnen und verkündete ein vorläufiges Gesamtergebnis. Zuvor hatte mir Phillip Schäfer (nochmals: Danke!) gesagt, dass USB-Speicher und Diktiergerät vielleicht getrennt voneinander sind, und sich die Voice Datei mit entsprechendem Kabel noch retten ließe. Und so gab es dann doch noch ein verspätetes Endergebnis mit 3 Wettfahrten und im Rahmen der Clubmeisterschaft eine Preis-Nachverteilung, denn Krawallo musste seinen 2. Platz mit dem Laser räumen, der ging an Karin, Martin und Peter im H-Boot.

Für mich als Wettfahrtleiter wieder eine ‚lesson learned‘ mehr: das im Regen mit Bleistift be-schreibbare Superpapier ist nach ausgiebigen Duschtests jetzt zum Einsatz freigegeben.

Das Endergebnis im Detail: Nico Schäfferling im Laser vor Martin Renn, Karin Fendl-Renn und Peter Simons auf dem H-Boot und Frank und Karin Lippoldt im Korsar.

(Michael Tietz)

2017

Clubmeisterschaft 23.-24.09.2017

Am Samstag setzte sich bei schönem Herbstwetter gegen Mittag ein leichter Nordostwind durch. Der zeitgleich stattfindende Roseninsel-Achter war in der letzten Wettfahrt. Da sind Arme und Beine der Ruderer schon etwas schwerer und das kleine Grüppchen Piraten kam schadenfrei ans Ostufer. Wettfahrtleiter Tobias Crefeld ließ das passende Dreieck legen. Nach dem Start war klar: entweder mehr Wind in Seemitte ausnutzen und dafür weitere Wege in Kauf nehmen – oder den kürzeren Weg am Ostufer nehmen und die Löcher umfahren. Nach 2 Wettfahrten ging es dann zurück zum Grill.

Das gleiche Spiel am Sonntag bei leichtem Südwind. Nur, dass die am Ufer fahrenden Boote bald in ein einziges großes Loch fuhren, während sich die Glücksritter weiter draußen auf dem See noch bewegten. Bevor die ersten Boote am Luvfass waren, kam der Abbruch, und nach einer kurzen Fisch- und Käsesemmel-Einlage war die Regatta zu Ende.

Sieger wurden Martin Renn und Karin Fendl-Renn vor Andi Schaipp und Michael Tietz. Platz 3 ging an Martin Embacher und Tobias Sälzer. Man sieht: ein Mitglied der Abteilungsleitung an Bord zu haben erhöht die Siegeschancen – und da hätten wir für nächstes Jahr noch 4 andere in Wartestellung.

Die Preise für den besten Steuermann/Vorschoter Ü60 gingen an Peter Simons und Karin Fendl-Renn. Im Bild noch mit Preis-Ersatz, weil der Graveur nur Mo-Do arbeitet und der Sportwart am Freitag vor verschlossenen Türen stand.

(Michael Tietz)

Silberlaser 16.-17.09.2017

Neue Wettfahrtregeln sind für uns USC-Regattasegler nicht immer ganz so spannend, weil sich häufig nur Nuancen in Details ändern, die uns nicht betreffen. Diesmal (Wettfahrtregeln 2017-2020) war etwas für Organisatoren dabei – die Standard-Segelanweisung. Damit gibt es die Möglichkeit, Bekanntes aus den Wettfahrtregeln nicht nochmal in den Segelanweisungen zu wiederholen, sondern nur Abweichungen für die spezielle Regatta auszugeben und auf die Standard-Segelanweisung zu verweisen.

Von Uli Finckh gab es auch gleich einen Ausführungsleitfaden zur Trennung der Themen für Ausschreibung und ergänzende Segelanweisung. Also hatte ich im Winter mit der Aussicht auf weniger zu druckendes Papier die Standard-Segelanweisung in die Ausschreibung zum Silberlaser eingebaut. Dann verging die Zeit, im Frühjahr und Sommer war Segeln angesagt. Und urplötzlich war mitten in der Woche vor dem Silberlaser. Also schnell mal sehen, was die anderen so in die ergänzenden Segelanweisungen gepackt hatten. Von 3 Zeilen bis 3 Seiten war alles zu finden und damit entfiel das einfache Abschreiben. Also fragte ich bei Wettfahrtleiter Krawallo und Schiri Ehepaar Goeden an, ob sie nicht… Danke für eure kurzfristige Unterstützung.

Der Samstag zeigte sich unbeständig, wechselnde Windstärke und Richtung. Das störte die anderen Clubs in der Bucht nicht, die Bahnen wurden gelegt, es wurde gestartet. Die Silberlaser-Teilnehmer wurden unruhig – wer will schon selbst im Neopren den anderen beim Regattieren zuschauen. Später kam nur eine müde Wettfahrt zustande – ein Glücksfall, wie sich am Sonntag zeigen sollte. Und wie immer bei müden Wettfahrten mit Anhang P waren Schiri und Segler unterschiedlicher Meinung und es wurde diskutiert und protestiert.

Im ‚Casino‘ wurde derweil gehackt, geschnitten und geschnipselt. Grillmeister Peter hatte schon im Vorfeld angekündigt, er müsse nicht grillen, also gab es dieses Jahr zur Entlastung ein Szegediner Gulasch. Vielen Dank an das Team Küche: möget ihr uns mit diesem Arbeitsdienst noch lange unterstützen.

Der Sonntag wartete dann mit dem Versöhnungswind auf, anfänglich 2-3 Bft aus Süd, dann 3-4 und am Ende wieder 2-3. Das reichte für 4 tolle Wettfahrten, um 14:30 Uhr war alles vorbei und die 5 Wettfahrten mit einem Streicher im Kasten. Mancher redete noch von ‚wenig Wind‘ beim Silberlaser, aber die Ergebnislisten der letzte 5 Jahre zeigen einmal 3, einmal 4 und dreimal 5 Wettfahrten. Keine schlechte Bilanz im Vergleich mit Laser-Regatten an anderen Seen und auch ein Verdienst von Wettfahrtleiter Krawallo, denn Wind muss man riechen können – wer ihn spüren muss, ist zu spät dran.

Bei den 17 gestarteten Standards wurde Christoph Wurm vom ASC mit 4 ersten Plätzen souveräner Sieger vor Thorsten Wyk vom SLRV und Florian Jungbauer von HSC. Bester vom USC wurde Nico Schäfferling auf Platz 7.

Bei den 18 Radials holte sich Nina Loser vom ASC auf Platz 1 den im letztes Jahr knapp verlorenen ‚Damenlaser‘ zurück. Platz 2 ging an Maarten Hund vom WYC und der dritte Platz an die Vorjahressiegerin Betzi le Maire als beste Seglerin vom USC.

(Michael Tietz)

Yardstickregatta 23.07.2017

In meinem zweiten Anlauf, als Wettfahrtleiter zu einer Wettfahrt zu kommen, sah es nicht ganz so düster aus wie beim ersten Mal. Grauer Himmel, vorhergesagter leichter Westwind: da sollte sich doch etwas zusammenschustern lassen. Zudem wir ja wieder die Bootsführermeisterschaft von einem Samstag ohne Wind geerbt hatten.

Doch anfänglich zeigte sich nur Südwind vor Café Berg. Die digitalen Helfer (Windfinder und Regenradar) waren uneins und es dauerte etwas, bis ich wieder an die analogen Helfer (Windräder) glaubte. Dann Startlinie am Ostufer ausgelegt und auf die 16 Boote gewartet. Auf dem Startschiff vergeht die Zeit schneller als erwartet, Luvfass peilen, Startschiff korrigieren, letzte Korrektur an den Bojenleger – und wenn der letzte Teilnehmer in Reichweite ist, die Startverschiebung runternehmen und Starten. Wettfahrtleiter-Coach Betzi le Maire machte Dampf, denn die ersten Boote verließen den Bereich um das Startschiff wieder. Ist aber nicht empfehlenswert, da hört oder sieht man keine Signale mehr. Nach einer Runde und einer Kreuz verließ uns der Westwind, die Mehrheit der Boote war nach einer Stunde durchs Ziel gefahren, soweit alles ok und es kam auch wieder etwas mehr Wind.

Die zweite Wettfahrt ließ sich nicht schlecht an. Aber die Luvboje lag zu weit unter Land, dort wo die Löcher am größten wurden und so beendeten wir das traurige Spiel nach einer Runde. Das letzte Boot brauchte dabei doppelt so viel Zeit wie das erste Boot.

Das Gesamtergebnis war in den Personen nicht gänzlich überraschend: Nico Schäfferling vor dem Team Frank Lippold / Stefan Satzger und Tobias Crefeld. Im Feld der 5 Piraten zur Bootsführermeisterschaft setzten sich Ulrike Zuber mit Joanna Meier klar vor Christian Jorda mit Leonardo Moreira Santos und Moritz Seliger mit Michael Lukoschek durch.

(Michael Tietz)